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trio Rosenrot - Presse & CD

Das Volkslied im Trommelwirbel

Das Trio Rosenrot spielt Volkslieder. Aber wie! Die drei Vollblutmusiker aus Berlin entziehen den vermeintlichen Heile-Welt-Songs jegliches Schmalz,- holen sie weg vom Tralala und zeigen, was tatsächlich darin steckt. Nämlich Antikriegslieder (Zogen einst fünf wilde Schwäne), Protestlieder, die um das Recht für freie Meinungsäußerung kämpfen (Es saß ein klein wild Vögelein), Balladen, die die Moral vergangener Jahrhunderte transportieren und nachdenklich machen. Selbst das für heutige Ohren wie ein überromantischer Schmachtfetzen klingende „Sah ein Knab ein Röslein steh’n“ erhält einen neuen Blickwinkel, der dem Zuhörer Gänsehaut über den Rücken schickt.

Das Trio Rosenrot schafft es, seine 40 Zuhörer in der Rätsche am Samstagabend auf Anhieb in seinen Bann zu ziehen. Die in allen Singhöhen klare Stimme der Sängerin Dana Hoffmann berührt, sie singt deutlich, die Texte dringen ins Bewusstsein. Verstärkt wird das jeweilige Empfinden durch die beiden anderen Vollblutmusiker Hub Hildenbrand an der Gitarre und Denis Stilke am Schlagzeug. Die Gitarre schreit schmerzerfüllt auf, als Dana Hoffmann bei den Schwänen „…keiner kehrt mehr nach Haus“ intoniert. Hildenbrand improvisiert, entlockt seiner Akustikgitarre fast elektrische Gitarrenriffs, zupft an einzelnen Saiten, vibriert am Gitarrenhals oder ganz unten, streicht auch mal mit dem Cello-Bogen über die Saiten. Das Schiff knallt bei der „Loreley“ gegen den Felsen, die Zuhörer erleben die Tragödie musikalisch mit. Dazu kommt die Vielzahl an Möglichkeiten, den Percussions Töne zu entlocken. Denis Stilke kennt sie alle. Er klopft mit seinen Fingerspitzen auf Trommel und Becken, mit den Handballen, er streicht mit den Besen sanft über das Metall, lässt es vibrieren, steigert die Dramatik, bis in der Rätsche die einzelnen Luftmoleküle Purzelbäume schlagen. Er kombiniert Schellen mit seinen unterschiedlichen Holzschlägeln und fabriziert eine Intensität, die von der Gitarre aufgenommen und von der Stimme ins Auditorium katapultiert wird.

Die Rätschebesucher sind fasziniert. Sie geben den Tönen am Ende des Liedes die notwendige Zeit zu verhallen und lauschen ihnen nach, bevor sie in stürmischen Applaus ausbrechen. Es ist ein dynamischer, mitreißender Abend im Rahmen des Kulturherbstes, mit dem keiner so wirklich gerechnet hat.                                                                                                 (Südwestpresse, Geislinger Zeitung, Claudia Burst, 09.10.17)

Das innere Kind tanzt mit - Licht der Hoffnung: Das Trio Rosenrot hob beim Unterensinger Dreikönigskonzert einen vergessenen Schatz: das deutsche Volkslied

Verhöhnt, verlacht, vergessen - kein allzu glänzendes Schicksal war dem deutschen Volkslied spätestens seit der Generation der 68er beschieden. Das Liedgut der eigenen Heimat zu pflegen, galt als von (vor-)gestern: verpönt, ja geradezu reaktionär. Aber welcher Schatz da in die falsche Ecke gestellt wurde - das spürte man am Freitag beim Unterensinger Dreikönigskonzert.

Um einen Abend mit dem Trio Rosenrot so richtig genießen zu können, braucht es vor allem eines: ein offenes Herz, befreit von der Last der Vorurteile. Dann spürt man zum Beispiel schnell, dass das zumeist im Bundeswehr-Singsang heruntergeleierte “Zogen einst fünf wilde Schwäne” in Wahrheit ein Antikriegslied ist: Von den Schwänen nämlich ist am Ende genauso wenig mehr zu sehen, wie von den Birken am Wegesrand - und den fünf jungen Burschen, die stolz und kühn in den Kampf ziehen. Und in Wahrheit sinnlos verheizt werden, sodass die fünf schlanken und schönen Mädchen niemand mehr haben, für den sie den Brautkranz winden könnten. Und der Memelstrand, an dem sie aufwuchsen, ist auch verloren. Wegen eines wahnwitzigen Krieges.

Sehnsucht und Liebe, Eifersucht und Bindungsangst - “Du, du liegst mir im Herzen” wiederum verkommt oft zum Schunkelsong zu später Stunde. Von denen, die ihn dann singen, vertieft sich keiner groß in den Text. Sonst würde auffallen, dass sich da in diesen wenigen Zeilen die großen menschlichen Gefühle widerspiegeln: Sehnsucht, Liebe, Eifersucht.

“Zum Tanze da geht ein Mädel”: Jenes bayerische G’stanzl (bei dem die Berliner Göre Dana Hoffmann mit einem astreinen Jodler brilliert) entlarvt die Bindungsangst der Männer (wirklich nur der Männer?) von heute. “Es saß ein klein wild Vögelein” wird in der Interpretation des Trio Rosenrot zu weit mehr als einem harmlosen Kinderlied. “Und niemand kann mich zwingen” heißt es da. “Drückt mich der Reif, der Reif so kalt, Frau Sonn’ wird mich erquicken!”: Zeilen wie diese sind es, an denen sich Tyrannen die Zähne ausbeißen. Da können sie nichts machen. Denn es geht ja nur um ein klein wild Vögelein. Und nicht um die unterdrückten Untertanen. “Weßt du, wieviel Sternlein stehen?” In Wahrheit ist das nicht nur ein Gute-Nacht-Lied, sondern wit mehr: ein Manifest der Wichtigkeit eines jeden Menschen: “Gott im Himmel hat an allen seine Lust, sein Wohlgefallen, kennt auch dich und hat dich lieb.” Gekannt und erkannt in dem, was einen ausmacht, Grund zur Freude zu sein, geliebt zu werden - das ist eine Ur-Sehnsucht. Und daher tut die Botschaft dieses Liedes ganz sicher nicht nur Kindern gut. Bei “Brüderchen, komm tanz mit mir!” laufen Hub Hildenbrand, der begnadete Gitarrist, der die Arrangements für dieses wahrlich außergewöhnliche Programm geschrieben hat, und der Top-Schlagzeuger Denis Stilke zur Hochform auf, und die Stimme von Dana Hoffmann wird zum nachgerade choreographischen Instrument - sie rührt sich nicht vom Stuhl, aber so, wie sie singt, sieht man im Geiste Hänsel und Gretel fröhlich durchs Udeon tollen.

Das man kaum noch stillsitzen vermag, liegt aber auch am furiosen Feuerwerk von Drummer Stilke und von Hildenbrand, der seine Gitarre auch als Trommel einsetzt. Unverkennbar die Stilelemente aus Türkei, Indien und Afrika, in die sich beide vertieft haben. Ein Volkslied ist eben etwas anderes als ein völkisches Lied: Es verbindet statt zu isolieren. Es tänzelt leichten Fußes daher, statt im Knobelbecher einzumarschieren. Und beim Trio Rosenrot, da tanzt auch das innere Kind mit. Man fühlt plötzlich  gerade körperlich, was in einem schlummert und wachgeküsst werden möchte. Und sich auch wachküssen lässt, wenn man ihm die Chance dazu gibt - man spürt förmlich die Hand der Mutter an und in der eigenen. Dann lebt all die Unbekümmertheit, all das Urvertrauen, die einem in der Kindheit geschenkt waren, unversehens und unverhofft wieder auf. Genau: “So treiben wir den Winter aus”. Den Winter im Herzen. Dana Hoffmann ist eine Sängerin, die es (unterstützt von zwei großartigen Musikern) schafft, aus all diesen Liedern das herauszuholen, was wirklich in ihnen steckt. Viele von denen hat man schon oft gesungen, aber selten gehört. Und fast nie verstanden. Und insofern war dieses Dreikönigskonzert auch ein Abend der Verwandlung. An dem sich nicht nur die Einstellung zu einem verkannten Liedergenre verändern konnte. Sondern auch die zu einem selbst.                                                                                                                        (Jürgen Gerrmann, Nürtinger Zeitung, 09.01.17)

 

Alte Volkslieder in neuem Gewand

Das Berliner Trio Rosenrot interpretiert im Rheinfelder Jugendhaus deutsche Volksweisen auf kreativ-experimentelle Art.

Zum Tanze, da geht ein Mädel mit güldenem Band", singt Dana Hoffmann mit glockenklarem Sopran, instrumental raffiniert umspielt von Gitarre und Schlagzeug. Alte Volkslieder in neuem Klanggewand brachte das Berliner Trio Rosenrot in den Saal des Jugendhauses Rheinfelden. Das Ensemble interpretiert deutsche Volksweisen, die teils bis auf das 16. und 17. Jahrhundert zurückgehen, auf frische und kreativ-experimentelle Art völlig neu. In eigenwilligen, vielschichtigen und stimmungsvollen Klang-Versionen werden diese alten Schätze des traditionellen Liedguts kräftig entstaubt.
Sängerin Dana Hoffmann ist klassisch ausgebildet, was man ihrem hohen Sopran und ihrem lupenreinen, silberhellen und berührend schönen Gesang anmerkt. Gitarrist Hub Hildenbrand, von dem die Idee, die Arrangements und Bearbeitungen stammen, und Schlagzeuger Denis Stilke machen viel Jazz, beschäftigen sich aber auch mit Musik anderer Kulturen wie türkischer und indischer Musik oder afrikanischen Trommelklängen. Aus diesen Einflüssen von Klassischem, Jazzigem, Deutschpop, Folk und Ethno-Klängen speisen sich die sehr individuellen Volkslied-Interpretationen, die sich stimmungsmäßig eng am Text orientieren und musikalisch der Sprache folgen. Die Textstrophen bleiben original so belassen, die überlieferten Melodien im Wesentlichen auch, wobei sich die Instrumentalisten viele Freiräume und Platz für improvisatorische Teile lassen. So klingen diese Volkslieder, die eng mit dem Kreislauf der Natur, den Jahreszeiten und den elementaren Gefühlen, Sorgen und Nöten der Menschen verbunden sind, wie das kraftvolle "So treiben wir den Winter aus", das in lebhaftem tanzbarem Rhythmus daherkommende "Zum Tanze, da geht das Mädel" oder das schlichte lyrische "Du, du liegst mir am Herzen" berührend, emotional und irgendwo zeitlos.

Mitgebracht hat das Trio vor kleinem Zuhörerkreis in intimer Atmosphäre neben Titeln von der Debüt-CD "Lenz" auch einen Vorgeschmack auf die kommende CD, mit Stücken wie "Wild Vögelein" und "Es fiel ein Reif in der Frühjahrsnacht". Es sind richtige Klangbilder, mal rockig-laut in rhythmischem Drive, mal lyrisch-leise mit zarten Klangeffekten, die die beiden Instrumentalisten um die lichte Stimme der Sängerin herum weben. Hildenbrand, der das erste Stück mit einem längeren Intro eröffnet, lässt seine Gitarre lautmalerisch, mal rockig-jazzig, mal experimentell-schwebend klingen. Drummer Stilke entlockt mit Sticks, Schlägeln, Besen und bloßen Händen kraftvoll treibende Rhythmen, aber auch behutsame sanfte Klänge aus Drum Set und kleinerer Perkussion. Wenn Dana Hoffmann mit glasklarer Stimme bekannte Weisen wie "Weißt du, wie viel Sternlein stehen", "Sah ein Knab ein Röslein stehn" oder das melancholisch verschattete "Ich hab die Nacht geträumet", singt, klingt das berührend und ebenso schlicht wie eindringlich. In dem Lied von der dunklen Todes-Vorahnung schwingt in ihrer Stimme Melancholie und der Ausdruck von Sehnsucht, Abschied und Trauer mit. Aufgeladen in düsterer Atmosphäre klingt "Es geht ein dunkle Wolk", in dem die bedrohliche Gewitter-Stimmung mit dramatischen Klängen bildhaft umgesetzt wird. (Roswitha Frey, Badische Zeitung 05.11.16)

Weltmusik aus Deutschland

Deutsche Volkslieder – wie soll man die heute spielen? Das Trio Rosenrot hat darauf eine Antwort.

Die polarisiert zwar, ist aber für aufgeschlossene Hörer spannend und interessant zu erleben. In der Christuskirche in Mörsch trat das Trio (Gesang, Gitarre und Schlagzeug) auf und interpretierte die Jahrhundert alten Lieder neu. Das Verhältnis zu alten deutschen Volksliedern ist hierzulande schwierig. Keiner findet etwas dabei, irische Traditionals zu spielen und zu singen, selbst dann, wenn sie von Krieg und Kampf singen. Aber deutsche Lieder, seien sie noch so unpolitisch, stoßen auf Vorbehalte. “Es gibt Veranstalter, die uns nicht buchen, aus Angst, in die rechte Ecke gestellt zu werden”, sagt Manager Bruno Wallisch im Pausengespräch. “Es ist schwierig”, bestätigt auch Gitarrist Hub Hildenbrand. “Manche verbinden damit ganz schlechte Erinnerungen aus der Schulzeit und wollen nichts mehr damit zu tun haben.” Das ist ausgesprochen schade, denn die echten alten Volkslieder sind ein wahrer Schatz, der unbedingt bewahrt und weiter gepflegt werden sollte. Das ist eine wichtige Erkenntnis nach einem Konzert mit Rosenrot. Es gibt wunderschöne Melodien, die sofort in Gemüt und Herz treffen. Die Texte sind poetisch, oft verschlüsselt durch Symbole, deren Bedeutung droht, verloren zu gehen. Wer weiß denn noch, dass “mit Näglein besteckt” im Gute-Nacht-Lied sich auf Gewürznelken bezieht, die man an die Wiege des Kindes steckte, um Krankheiten und Insekten zu vertreiben? Wer weiß noch, dass ein Rosmarinstrauch für die Vorahnung eines baldigen Todes steht?

Sängerin Dana Hoffmann gibt ein paar erklärende Worte zu den Liedern, gerade genug, um in den Hörern den Wunsch nach mehr zu wecken. Sie singt mit glockenreiner Sopranstimme. Hub Hildenbrand begleitet auf einer halb-akustischen Jazzgitarre. Das macht er in einem unkonventionellen Stil. Er spielt viel mit Leersaiten, die er als Pedalton stehen lässt. Es entstehen dadurch modale Klangräume, die sehr atmosphärisch wirken. Das ist nicht immer gefälliger Wohlklang - und das ist gut so, denn die Lieder sind ja auch nicht nur tralala, sondern haben Tiefgang und manchmal düstere Themen. Hildenbrand hat sich viel mit indischer und türkischer Musiktradition beschäftigt. Einflüsse davon sind auf jeden Fall zu hören. Schlagzeuger Denis Stilke spielt nicht nur mit Rhythmen, sondern auch mit Klängen. Damit trägt er viel zur Atmosphäre der Stücke bei. Die kann fröhlich tänzerisch sein, wie etwa bei “Zum Tanze, da geht ein Mädel”. Aber die Musik kann auch kämpferisch und aggressiv sein. “So treiben wir den Winter aus” ist ja auch kämpferisch. Immerhin soll der Winter derart verjagt werden, dass er sich zu Tode stürzt. Bedenkt man noch, dass die Wintervertreibung im Brauchtum mit buchstäblichen Heidenlärm verbunden war, wird verständlich, dass die Interpretation des Trio Rosenrot ihren tieferen Sinn hat. Den Musikern gelingt es, die Volkslieder auf vielfältige Weise neu und interessant zu interpretieren. Klar ist, dass es hier nicht um glatte Gefälligkeit geht, oder um muffige Deutschtümelei. Da werden auch ein paar Erwartungen enttäuscht. “Isch hab gemäänt, die schpielen die schäänen alde Sache. Awwer des do....” meinten kopfschüttelnd ein paar ältere Damen, denen das alles zu sperrig und zu laut wurde. Ja, das ist keine “Schlagerparade der Volksmusik”, kein Kitsch, keine Sülze und keine braune Soße. Es ist auch kein folk - mäßiges Geschrammel mit Ringeltanz. “Weltmusik aus Deutschland”, nennen die Musiker ihr Konzept. Und das trifft es. (Die Rheinpfalz, Gereon Hoffmann, 06.06.16)

„Nun will der Lenz uns grüßen“ - Trio Rosenrot im Alten Kaufhaus in Landau

Entstaubt, frisch gewaschen und mit außergewöhnlichen Klängen parfümiert – so stand das

deutsche Volksliedgut im Mittelpunkt des Trio Rosenrot aus Berlin bei ihrem Auftritt im Alten Kaufhaus in Landau. Unter dem Motto „Nun will der Lenz uns grüßen“ wurden alteingesessene Lieder auf ungewöhnliche Weise neu interpretiert. Da staunte das Publikum nicht schlecht, welch eine Klangfahrt so ein Lied wie „Zum Tanze geht ein Mädl“, das früher von den Kindern auf der Straße gesungen wurde, unternimmt. Bemerkenswert! Die ausgezeichnete Sopranistin Dana Hoffman sowie der sehr experimentierfreudige Hub Hildenbrand an der Gitarre und der nicht minder fantasievolle Denis Stilke am Schlagzeug nahmen die Zuhörer mit auf eine musikalische Reise um die halbe Welt. Da wurde aus der Gitarre von Hub Hildenbrand auch mal ein Cello bei dem Lied „Es waren einmal zwei Königskinder“, das tieftraurig und schwermütig wirkte.

Und ein massives Unwetter brach im Alten Kaufhaus bei dem Lied „Es geht ein’ dunkle Wolk herein“ aus. Da bearbeitet Schlagzeuger Denis Stilke sein Schlagzeug, um an alle Töne des Stückes von Thomas Herwig Schuler zu kommen, sogar mit den bloßen Händen. Viele Einflüsse aus anderen Ländern waren da zu hören. Ob Südamerika, Melodien aus der Südsee, Irish Folk oder dem Orient. Hier trafen Quellen der Inspiration aus aller Welt mit dem deutschen Liedgut zusammen. Daraus wurde eine eigenständige Performance, die gewaltig entstaubte. Die Zuhörer begaben sich gerne auf diese Reise, obwohl doch der eine oder andere fragend nach altbekannten Tönen am Anfang der Lieder suchte. Sängerin Dana Hoffmann führte charmant durch das Programm und erklärte die Klangsituationen zum jeweiligen Lied. Bei „Ich hab die Nacht geträumt“ geht es um den Traum vom Rosmarinstrauch, der im Garten wächst. Dieser sei früher, so Hoffmann, ein Symbol für den Tod und der Trauer gewesen.Deshalb las sie aus den Briefen der Verzweiflung und Sehnsucht von Soldaten an ihre Familien aus der Feldpost des ersten Weltkrieges. Bei „Brüderchen, komm tanz mit mir“ merkte man den Spaß am Musizieren und sah sich eher in die südlichen Gefilden dieser Welt transportiert. Bei „So treiben wir den Winter aus“ passten die Klänge und Töne eigentlich nicht mehr in den Saal, so monumental war die Liedwiedergabe. Das Publikum reagierte positiv auf das Programm.

Der Abend war gut inszeniert und eine gekonnte Möglichkeit das deutsche Volkslied am Lebenzu erhalten. (alve, 01.03.2016, Die Rheinpfalz - Pfälzer Tageblatt)

trio Rosenrot trat im Oranienburger Kulturkonsum auf - Volkslieder ohne Staub

Kann man dem Publikum noch mit Volksliedern kommen? Und ob! Sie seien, so die Künstler vom Trio Rosenrot, zwar angestaubt, aber in Anbetracht der in ihnen steckenden Gefühle aktueller denn je.  Oranienburg. Die Supermärkte rüsten sich schon für Ostern, und auch das Trio Rosenrot  scheint in Frühlingslaune zu sein. Trotz eisiger Januartemperaturen.

„Nun will der Lenz uns grüßen“, jubiliert die Sängerin mit glockenheller Stimme im sehr gut besuchten Oranienburger Kulturkonsum. So weit, so gut, so konventionell. Doch Schlagzeug und Gitarre verwandeln ein eigentlich profanes Liedchen plötzlich in ein interessantes akustisches Erlebnis. Alte Weisen, neu interpretiert. Angereichert mit experimentellen Klängen, mit Improvisationen aus Jazz und Weltmusik, manchmal muten die langen Soli sogar geradezu psychedelisch an. Denis Stilke bearbeitet sein Schlagzeug gelegentlich mit bloßen Händen, bringt so das Becken zum Raunen. Dann wieder drischt er regelrecht auf die Trommeln ein. Es wird laut, aber das muss so sein, warnt die Sängerin das sehr zufrieden wirkende Publikum einmal vor einem Stück. Mit den drei Musikern treffen Welten aufeinander. Hub Hildenbrand ist der Kopf des Trios. Mal zupft, mal zerrt er an den Saiten der Gitarre, sein Spiel, mal sanft, mal dynamisch, entführt die Zuhörer in den Orient und noch weiter. Er war Schüler am Konservatorium für Türkische Musik in Berlin und verbrachte einen fünfmonatigen Studienaufenthalt in Kalkutta, wo er sich intensiv mit nordindischer Musik beschäftigte. Denis Stilkes Schwerpunkte liegen im Jazz und in der afrikanischen Musik. Dana Hoffmann wiederum hat klassischen Gesang an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin studiert. Vor einem zünftigen Jodler schreckt sie an diesem Abend dennoch nicht zurück. „Die Volkslieder tragen reichlich Staub auf dem Buckel“, erklärt die Sängerin, „den wollten wir abschütteln“. Schade, dass diese Lieder ein so negatives Image haben, fährt sie fort. Vielen gelten sie als altbacken oder sogar reaktionär. Dabei stecke in ihnen viel Existentielles, es gehe auch um die Sorgen und Nöte der Menschen. So mancher Song stamme aus dem 30-jährigen Krieg, erklärt sie. Dennoch seien sie, was die Gefühle in ihnen anbelangt, aktueller denn je. Dann stimmt sie ein melancholisches Lied an, es geht um einen Traum von einem Rosmarinstrauch, der in einem Garten wächst. Klingt harmlos, aber tatsächlich geht es um die Vorahnung von etwas Schrecklichem. Rosmarin galt einst als Symbol für Tod und Trauer, erklärt sie. Anschließend verliest sie einen Feldpostbrief aus dem Ersten Weltkrieg. Zwischendurch rührt sie die Werbetrommel für die CD des Trios. Manche Stücke darauf waren auch an diesem Freitagabend zu hören, doch sie klangen völlig anders. Weil die beiden Herren immer wieder neu improvisieren. Wie auch immer, nur zugreifen. Dana Hoffmann: „Nehmen Sie uns mit nach Hause“. (Fritz Herrmann Köser, 24.01.2016, Märkische Allgemein)

...es entstehen vielfach sagenhafte Klanggemälde, durch die die Stimmung voll zum Ausdruck kommt. So wird besonders bei dramatischen Liedern wie “Es geht ein dunkle Wolk herein” oder “Ich hab die Nacht geträumet!” die düstere Stimmung auch musikalisch spürbar. Es ist schon erstaunlich, was man mit einer liebevoll gezupften Gitarre, sachtem Trommelspiel und einem modulationsfähigen, glockenklaren Sopran alles ausdrücken kann.... (Stefanie Hiller, Salzgitter Zeitung, 09.11.15)

„Lieder, die nicht sterben dürfen!“

Kraichtaler Jazztage: Trio Rosenrot interpretierte Volkslieder auf ganz eigene Art

„Das war einmal etwas ganz Anderes“, darin waren sich die Zuhörer einig beim letzten Konzert der diesjährigen Kraichtaler Jazztage in der historischen Kelter in Bahnbrücken. Thomas Biel, Leiter der Musik- und Kunstschule Kraichtal, hatte zusammen mit Bruno Wallisch, Künstleragentur „Kultur in der Landschaft“ aus Unteröwisheim, das „Trio Rosenrot“ aus Berlin nach Bahnbrücken gebracht. Jedes Jahr gelingt es Biel und seiner Frau Beate mit großem Engagement für die Jazztage exzellente Künstler nach Kraichtal zu holen, die stets begeistert sind von der Atmosphäre und vom Ambiente der Aufführungsorte. Für das „Trio Rosenrot“ mit seinen Jazzinterpretationen von Volksliedern hätte es keinen besseren Ort geben können als die historische Kelter in Bahnbrücken mit ihrem großen Kraichgau-Landschaftsgemälde.

„Trio Rosenrot“, das sind Sängerin Jennifer Kothe (Sopran), Hub Hildenbrand (Gitarre) und Denis Stilke (Schlagzeug). Die Drei interpretieren Volkslieder, „weil in ihnen eine urwüchsige Kraft steckt“, sagt Jennifer Kothe. „Es sind Lieder, die nicht sterben dürfen. Sie müssen leben!“ So brachen sie das Röslein auf der Heide, gingen mit dem Mädel und seinem güldenen Band zum Tanze, besangen die traurige Mär der beiden Königskinder, schmachteten „Du, du liegst mir am Herzen“, oder beteuerten auf Plattdütsch „Dat du min Leevsten büst“. Es waren Volkslieder, die die meisten der Zuhörer kannten und wohl auch schon selbst gesungen haben. Aber sehr schnell verließen die Musiker die Originalversion und verfremdeten die Melodien zu Jazzinterpretationen. Sehr kreativ bearbeitete Denis Stilke sein Schlagzeug mit Sticks, Schlegeln, „Besen“ oder gar mit den Händen und chinesischen Essstäbchen. Die Becken reibend verursachte er ein Raunen oder ließ einzelne Klänge wie Tropfen ins Wasser fallen. Hub Hildenbrand erzeugte dazu auf der Gitarre eine eigene Klangwelt von Sphärenmusik bis zu silberhellen Tönen, mal ruhig schwingend mal hart schlagend. Damit wurden beide zu kongenialen Partnern der Sopranistin Jennifer Kothe. In ihren Interpretationen gehen die Drei immer von der Originalmelodie aus und arbeiten sich zum Wesen des Liedes vor. Sie verstehen es, die Zuhörer auf diese Reise mitzunehmen, die dadurch „alte Lieder ganz neu hören“, wie Jennifer Kothe sagt. So verbinden sie „Zum Tanze da geht ein Mädel“ mit einem Schuhplattler. „Es geht eine dunkle Wolke“ verstärken sie durch ein Schlagzeug- und Gitarrengewitter. Mit einem kraftvollen Gitarren-Intro beginnen sie „So treiben wir den Winter aus“, dass dem Winter Angst und Bange werden kann und das Schlagzeug erinnert an Schellenmänner aus der alemannischen Fasnacht, die den Winter das Fürchten lehren sollen. Und Jennifer Kothe spielt und improvisiert dazu mit ihrer klaren und intensiven Stimme. Mit jedem Lied lassen sie ein neues Szenario entstehen, in das man als Zuhörer und Zuschauer eintauchen kann.

Die Idee und Initiative zu diesem Projekt kam von Hub Hildenbrand, der es durch Nachforschungen in Volksliederbüchern und -archiven intensiv vorbereitet hat. In Denis Stilke sowie Jennifer Kothe hat er die passenden Partner gefunden. „Es war der erste Auftritt der Gruppe in Süddeutschland“, sagte Bruno Wallisch „und sicher nicht der letzte, so begeistert wie das Publikum „Trio Rosenrot“ in Bahnbrücken aufgenommen hat.“ (Martin Stork, BNN, 14.07.15)

Trio Rosenrot befreit  das Volkslied aus dem trostlosen Musikantenstadl-Dasein. (Folker 3/15)

Mit einem elf Songs umfassenden Album bringen die Musiker des Trio Rosenrot Jennifer Kothe (Sopranstimme), Hub Hildenbrand (Gitarre) und Denis Stilke (Schlagzeug) Neuinterpretationen von deutschen Volksliedern zu Gehör. Sämtlich neu arrangiert kommen die Stücke mit einer ganz anderen Intensität daher. Beginnend mit dem etwas unbekannteren ‚Erwachen‘ geht es umgehend ins Fahrwasser mit bekannteren Volksliedern wie ‚Nun will der Lenz uns grüßen‘, ‚Ich hab die Nacht geträumt‘, ‚Es waren zwei Königskinder‘ oder dem an letzter Stelle stehenden ‚Der Mond ist aufgegangen‘. Mit sanfter Gitarre und entsprechendem Schlagzeug wird die eindringliche klare Stimme von Jennifer Kothe in den Fokus gerückt, wodurch die Texte an sich in den Mittelpunkt des Albums treten. Hörspiegel-Skala, Gesamtwertung: 9 (von 10 erreichbaren Punkten)                                                                       (Michael Brinkschulte, Hörspiegel,  03. März 2015)

Das trio Rosenrot aus Berlin hauchte traditionellem deutschen Gesang neues Leben ein. Jennifer Kothe von trio Rosenrot singt Liebeslieder mit einem glasklaren Sopran. trio Rosenrot interpretiert alte deutsche Lieder auf eine neue und spannende Art und Weise. (Flensborg Avis (Dänemark), Hans Christian Davidsen, 12. Mai 2014)

Gänsehautfaktor. Alte Lieder neu gehört: Jennifer Kothe und das „trio Rosenrot“ verliehen alten Weisen neuen Glanz. Das als Überraschung angekündigte „trio Rosenrot“ wartete mit erfrischenden Arrangements und Improvisationen teils sehr bekannter Lieder auf. Die klare und eindringliche Stimme von Jennifer Kothe verlieh den ursprünglichen, gängigen Weisen ein neues Gewand. Das traditionelle Volkslied erfuhr unter den Händen von Hub Hildenbrand und Denis Stilke eine klangliche Neuprägung. Den Zuschauern war das jedenfalls einen satten Applaus wert. (Märkische Oderzeitung, 29. 07. 2013, Matthias Wagner)

Jedermanns Sache ist diese Sammlung von deutschen Volksliedern vielleicht nicht. Aber man muss den Machern, also dem Trio Rosenrot, zugute halten, dass sie sich mit der Umsetzung viel Mühe gegeben haben. Zur Verfügung stand hierbei die Stimme von Jennifer Kothe (studierte Sängerin, Mitglied der „Honeybees”), die Gitarre von Hub Hildenbrand (Berklee-Absolvent, Abschluss am Rotterdamer Konservatorium) und das Schlagzeug von Denis Stilke (ebenfalls Berklee und Teil der Gruppe „Bayon”). Zwei Jahre lang wurde das Projekt vorbereitet, Archive wurden gewälzt und geschichtliche Hintergründe recherchiert. Und so macht die CD mehrere Salti rückwärts in vergangene Zeiten, zurück bis ins Mittelalter. Zum Beispiel „Der Mond ist aufgegangen”, Text Matthias Claudius, Arrangement Trio Rosenrot. Kaum zu glauben, wie aus einem vielmals zersungenen Kinderschlaflied ein über siebenminütiges Jazzopus wird wird, das enorm viel Zärtlichkeit ausstrahlt. Oder „Es waren zwei Königskinder” aus dem 15. Jahrhundert, das mit gestrichener Gitarre und bittersüßer Stimme sehr ergreifend daherkommt. Es lohnt sich also sicher, mal einen Blick zu riskieren und ein paar Hörminuten in dieses Album zu investieren, sofern man auch nur ansatzweise eine Ader zur Romantik verspürt. Denn hier wird nicht platt altes Volksgut aufgebügelt, hier hat man sich echt ein paar Gedanken mehr über eine interessante Aufarbeitung gemacht. Erstaunlich gut gelungen, das Ganze. (sound & image.de, Jan. 2015)

Vielen Dank folkBALTICA für ein herausragendes Konzert mit Trio Rosenrot. Trio Rosenrot entführte uns in die wunderschöne Welt der deutschen Volkslieder. Aber erst durch ihre Interpretation, durch das Vermögen der fantastischen Musiker die Stille als tragendes Element darin zu nutzen, machte dieses Konzert so außergewöhnlich.                                            (Nette Jensen, Broager/Skelde , Dänemark, 11. 5. 2014)

Moderner Jazz und deutsches Volkslied: trio Rosenrot mit Hub Hildenbrand, Jennifer Kothe und Denis Stilke auf der Bühne des Deutschen Hauses. Als wahre Entdeckung zeitgemäßen deutschsprachigen Liedguts entpuppte sich das trio Rosenrot aus Berlin. Eingerahmt von einem jazzigen, frei schwebenden, vibrierenden Duo aus E-Gitarre und Schlagzeug singt Jennifer Kothe mit wunderbar klarer Stimme Lieder wie „Nun will der Lenz uns grüßen“ und „Du liegst mir im Herzen“. Das klingt keineswegs künstlich, sondern total stimmig und wie aus einem Guss. (Flensburger Nachrichten, 12. Mai 2014)

Just listened to your live recordings, congratulations! I liked your music a lot. This can catch you and make you fly... it seems a sort of ancient music of our time… true music... the deep stage where is recorded remember me the large stage of the Arvo Part's or Preisner's music that I well know and love... the lack of bass frequencie's instruments also helps to give more suspension to the whole emotion... really enjoyed and love it, thanks to share! (Fabrizio Pigliucci, Komponist, Rom, 11. Mai 2013)

Traditionelles Liedgut ohne Deutschtümelei gefällig? Das TRIO ROSENROT interpretiert mehr oder weniger bekannte Schoten in einem klanglich ausgesprochen originellen Spannungsfeld aus Kammermusik, Jazz und genau dem richtigen Schuss Experimentierfreude (höre das materialhafte "Es waren zwei Königskinder"), wobei sich auszahlt, dass die beiden Instrumentalisten und ihre Sängerin nicht nur studierte Fachleute sind, sondern auch große Herzen zu haben scheinen.

"Lenz" erweist sich nämlich als sehr gefühlvolles Album, das insgesamt so gut funktioniert wie über einzeln herausgepickte Stücke. Gitarrist Hildenbrand begeistert mit ausgefallenen wie perfekt zur Gesangsstimme passenden Voicings, das Schlagzeug wird selten wie ein ebensolches "geschlagen" sondern dynamisch gestreichelt, was die atemberaubend "nahe" Produktion noch stärker hervorhebt. So reiht sich Unbeschwertes wie "Zum Tanze, da geht ein Mädel" an Dramatisches - "Es geht ein dunkle Wolk herein" und "So treiben wir den Winter aus" entwickeln jeweils die Sogwirkung eines kraftvollen Rocksongs - und letztlich spannende Minimalismen wie "Du, du liegst mir im Herzen" oder "Der Mond ist aufgegangen", das man in dieser Form tatsächlich gar nicht tot hören kann, während es konventionell am eigenen Bett vorgetragen wohl Alpträume bescheren würde. Tolles Ding, das.

FAZIT: Mit dem TRIO ROSENROT werden alte Volkslied-Schinken nicht nur aktuell, sondern verlieren ihre Biederkeit und bieten zugleich zwingend arrangierte und dargebotene Musik, wie man sie von den Urhebern nicht erwarten konnte. In diesem Sinne: ein Schritt zurück, zwei vor - so funktioniert sinnvolle Entwicklung.                                                                     (Andreas Schiffmann, musikrevues.de, 28.01.15)

„Nun will der Lenz uns grüßen“ könnte man ausrufen, wenn zum ersten Mal wärmende Sonnenstrahlen auf die Haut treffen. Aber deutsche Volkslieder gelten heute als uncool – von Heino bis zu Blaskapellen sind die Wurzeln heimischen Überlieferungskulturgutes zu oft und penetrant vergewaltigt und verkitscht worden. Das alles macht das Trio Rosenrot eben nicht. Die jungen Musiker schicken sich an, Lieder wie „Es geht eine dunkle Wolk hinein“, „Es waren zwei Königskinder“ oder „Der Mond ist aufgegangen“ von allem nostalgischen Ballast zu befreien. Die Sängerin Jennifer Kothe agiert hier erfreulich uneitel und authentisch: Mit glockenklarer, hellen Stimme lotet sie bei den alten Liedern ungeahnte Tiefen, berückende Dimensionen von Zartheit, lyrische Innigkeit aus. Aber auch rohe Expressivität lebt bis hin zur Ekstase. Denn diese Lieder sind doch in in ihrem Wesenskern viel zu elementar, als das hier nur heile Welt abgebildet würde.

Botschaften voller tiefer Empfindung sind die Folge und ziehen hinein in Zustände voll romantischer Weltflucht, brennender Liebessehnsucht, Naturmystik. Dies wirkt auf der CD „Lenz“ plötzlich zeitgemäß. Dazu lebt eine sensible instrumentale Umgebung auf: Gitarre und Schlagzeug agieren dezidiert atmosphärisch. So etwas umkleidet Jennifer Kothes gesungene Melodielinien, was denen so viel Raum und Luft zum Atmen gibt.

Im 16. Jahrhundert, wo Menschen ohne Heizungen lebten, muss der Wandel der Jahreszeiten noch viel physischer und elementarer gewirkt haben – davon zeugt das Lied "So treiben wir den Winter aus." wo sich Jennifer Kothes Stimme ekstatisch steigert und auch die Band richtig Druck macht.

Sphärische elektrische Gitarren malen subtil den Hintergrund aus oder werden auch mal bohrend geräuschhaft, setzen in sparsam dosierten Zwischenspielen auch mal die Musik fort, wo die Worte mal enden. Denis Stilke agiert ebenso assoziativ-soundorientiert auf dem Schlagzeug. Becken zischeln und oft poltern wütende Crescendo, wenn die Gefühle im Aufruhr sind.

Hub Hildenbrand hat für dieses Projekt zwei Jahrelang sämtliche verfügbaren Volkslieder durchgearbeitet und im Freiburger Volksliedarchiv ausgiebig recherchiert. Dann war er noch auf der Suche nach einer Sängerin für dieses Projekt: „Ich suchte eine klare, ungekünstelte Sopranstimme, die mich wirklich berührt und inspiriert. 2012 hörte ich dann Jennifer Kothe live bei einem Konzert. Umgeben von einem Chor sehr guter Sängerinnen und Sängern strahlte sie derart heraus, dass ich sofort wusste: das ist sie.“                                                                 (15.03.15, NRW Jazznet, Stefan Pieper)

Ohne, dass ich einen Ton gehört habe, scheine ich das Besondere zu erkennen, das von dieser Platte ausgeht. Der erste Hinweis ergibt sich auf der Vorderseite des Covers – „deutsche Volkslieder“, alles ist gedruckt auf dem Hintergrund abgebildeter tiefroter Rosen. Geht das etwa in Richtung Märchen, Schneeweißchen und Rosenrot?

Dann die Besetzung des Trios – Stimme/Gitarre/Schlagzeug, und das Label, auf dem veröffentlicht wurde, Westpark Music, Garant für hochwertige und niveauvolle Musik auf dem Folk-Terrain. Was wird mich nun musikalisch also erwarten? Nun, zum Erwachen wird mit einer Eigenkomposition gerufen, verspielte und frei gestaltete knappe neunzig Sekunden, die einstimmen auf den ersten Klassiker. Mit glockenklarem Sopran stellt Jennifer Kothe diese alte Weise vor, direkt umspielt vom Klang der elektrischen Gitarre und im Hintergrund agiert der Schlagzeuger und malt aus. Da spüre ich nun Elemente des Jazz, der sich mit folkloristischen Melodien paart. Sehr ungewöhnlich ist die Interpretation von Du, du liegst mir im Herzen, hier wird dezent von der eigentlich bekannten Melodie abgewichen, Hildenbrand lässt hier die Spielweise von Bill Frisell anklingen und setzt die Gitarre sehr lautmalerisch ein. Aber auch Anklänge an den Kollegen Pat Metheny lassen sich gelegentlich ausmachen. Und so nimmt die jazzige Improvisation auch einen großen Stellenwert im Gesamtkontext ein.

Die Atmosphäre auf Es geht ein dunkle Wolk herein wird treffend dargestellt durch rumpelndes Schlagzeug, das Gewitter scheint heraufbeschworen zu werden, das mundartliche Dat du min Leevsten büst beinhaltet ganz viel Luftigkeit und Leichtigkeit und spielt stark mit der Melodie, ein leichter Swing scheint den Song abheben lassen zu wollen.

Hildenbrand setzt seine Gitarre gelegentlich ein wie ein Bass, auf So treiben wir den Winter aus zum Beispiel ist das auffällig. Das grundsätzlich sehr schöne und romantisch klingende Der Mond ist aufgegangen wird seinem Anspruch von einer gewissen Schönheit auch in dieser Interpretation gerecht. Für mich ist dieser Song auch der Höhepunkt dieser Platte, auch weil viel Raum für Gestaltung und Improvisation besteht, und insgesamt hat sich mein anfänglicher Eindruck bestätigt, nämlich, mit etwas sehr Außergewöhnlichem zu tun zu haben.

Manch ein Musikkonsument wird dem, was uns das Trio bietet, wahrscheinlich nicht viel abgewinnen können, auch Jazzfans könnten ihre Schwierigkeiten bekommen, selbst, wo auch diese Richtung berührt wird. Denn hier handelt es sich wahrlich um Musik, die absolut zwischen den Stühlen steht, mit einer gewagten Fusion von Elementen deutschen Volksliedgutes, Folk, Ethno-Klängen, Jazz und Pop. Auf jeden Fall bieten die Drei eine ganz besondere und sehr interessante Art, diese Volkslieder auf diese Weise drastisch entstaubt zu haben, innerhalb einer kammermusikalischen Atmosphäre. Bewertung: Sehr empfehlenswert. (Wolfgang Giese, musikansich.de, Januar 2015)

Alte Weisen in neuem Glanz. trio Rosenrot veredelt deutsche Volkslieder.

Gerade bei deutschen Volksliedern rümpfen viele Jazzpuristen die Nase. Wie diese Lieder aber zu neuem Leben erweckt werden und jenseits von Kitsch ein ungewöhnliches Hörerlebnis bieten können, zeigten trio Rosenrot bei ihrem Konzert im Kleinen Saal des Gemeinschaftshauses Gropiusstadt am 25. März. Die harmonische Erweiterung der einfachen Grundharmonien, die melodisch ausgefeilte Verfeinerung der Melodien und die rhythmischen Kontrapunkte verliehen den ursprünglichen, gängigen Weisen ein neues Gewand. Hub Hildenbrand an der Gitarre und Denis Stilke am Schlagzeug schufen einen faszinierenden Klangteppich, über dem die klare und eindringliche Sopranstimme von Jennifer Kothe schwebte. Leise sanfte Gesangspassagen wechselten mit kräftigem und stimmgewaltigem Vortrag wie bei der originellen Interpretation der Lorelei, die die Stimmung des tragischen Textes eindrucksvoll umsetzte.

Der Ideengeber des Trios, Hub Hildenbrand, hatte lange recherchiert, wie er die gängigen Lieder zeitgemäß auf der Gitarre umsetzen könnte. Dazu setzte er auch erweiterte Techniken ein, wie das Streichen der Saiten mit dem Bogen. Das Klangspektrum reichte von fragilen Klängen bis zu rockigen Sounds, gewürzt durch technisch virtuose Improvisationen. So entstand eine intime Wohnzimmeratmosphäre, die sich im nächsten Moment in einen orchestralen Klangraum von immenser Weite wandelte. Die Zuhörer waren fasziniert von diesem stimmungsvollen Abend und applaudierten begeistert. Mit der gefühlvollen Interpretation von Der Mond ist aufgegangen beendete trio Rosenrot einen Konzertabend, der vielen in Erinnerung bleiben wird. (Kiez und Kneipe, Berlin, Paul Schwingenschlögl, Mai 2014)

Es fiel ein Reif CD trio Rosenrot

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Die Debut CD “Lenz” (VÖ 06.02.2015 bei Westpark Music)

Das 2. Album “Es fiel ein Reif” (VÖ 02.11.2017 ears love music (timezone) 2017)

www.earslovemusic.de

 

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