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Sina Nossa - Presse & CD

Die Jury, die neben Rita Viehoff aus Cymin Samawatie, Michael Batt, Ulrich Doberenz und Andreas Heuser bestand, würdigte die Musik und Performance des Septetts "Sina Nossa" als ebenso mitreißend wie professionell. Aus dem Fado gewinnt es eine Musik, die über Stilgrenzen international hinausgeht. "Sine Nossa besticht durch erstklassiges Ensemblespiel, Stilsicherheit und eine perfekte Auftrittsdramaturgie," so begründete Rita Viehoff das Urteil der Jury. (Jury NRW, Creole, domicil DO, 21.09.13)

"Sina Nossa" bringt bei der Hofkultur 2013 den portugiesischen Blues in den Hof des Borgerforeningen und überzeugt

Flensburg - Die Seelenqualen sind nicht allzu groß, die das Flensburger Publikum bei dem Sonntagskonzert der Flensburger Hofkultur erleiden muss. Fast heiter und friedlich gestimmt präsentiert "Sina Nossa" sein Fado-Programm im Hof des Borgerforeningen, Holm 17 und bietet damit Ersthörern des portugiesischen Blues einen guten Einstieg in diese Musik des Seelenschmerzes. Die sechs Musiker, mit portugiesischen, brasilianischen oder deutschen Wurzeln, nehmen die geschätzten 200 Zuhörer im Hof mit heitereren Versionen für sich ein. Lieder wie "Há um sorriso na lua" (Der Mond lächelt) oder "A quem dar o coracao" (Wem soll man sein Herz schenken?) tragen sie mit einem musikalischen Augenzwinkern vor. Klar gespielte Rhythmen erreichen das Publikum und auch das, was folgt: Es wird geklatscht. Anabela Ribeiro überzeugt mit einer samtenen Stimme, die trotz ihrer Klarheit keinen Zweifel am Fado lässt. Unaufgeregt, aber völlig präsent bewegt sich die Sängerin zu den Vorträgen der Musiker auf der kleinen Bühne. Die Band ist das erste Mal in Flensburg. "Soweit nördlich waren wir noch nie", sagt Armindo Ribeiro, der Bruder der Sängerin, zur Begrüßung und baut eine gedankliche Brücke zwischen Portugals Hauptstadt Lissabon und der nördlichsten Hafenstadt Deutschlands auf: "Möwen gibt es bei uns auch." Die Fado-Musiker scheinen heimatlich zu fühlen.

Im zweiten Teil des Konzerts dann wird es wehmütiger. Bei "Entoada vida" (Lebensrhythmus) weiß Sängerin Ribeiro die schmerzvollen Erfahrungen kraftvoll zu bedauern. In "Amor perdido" trauert sie über eine verlorene Liebe. Der Text stammt von ihr und ihrem Bruder. Die Musik steuerte Ivo Guedes bei, der den Abend mit dem Spiel seiner portugiesischen Gitarre dezent, aber unverzichtbar mitbestimmt. Die Gitarre von André Krengel durfte nicht fehlen. Experimentierfreudiger geben sich die Musiker bei "Schiffbruch", der einmal mehr die frühere Seefahrernation Portugal mit Flensburg und seiner Vergangenheit verbindet. Martin Nillich liebkoste seinen Kontrabass ohne Bogen, bis das Meer herausfloss. Bei der zweiten und abschließenden Ode an Lissabon strich er mit Hilfe seines Bogens zart-zeternd den Fado heraus. Hier sang Jorge Rodrigues und unterhielt das Publikum. Ansonsten erzeugte der singende Musiker die lebendigen und ebenso verlässlichen Rhythmen, die Sina Nossa ausmachen.

Armindo Ribeiro lieferte nicht nur die elektronischen Pianoweisen. Er schnallte sich auch das Schifferklavier um, sang und erklärte das Programm. Um Fado zu singen, brauche man eine gewisse Haltung. "Es gehört eine Spur Wahnsinn dazu", sagte der Musiker, der einen Sommerhut aufgesetzt hatte.

An Flensburg waren die angekündigten Gewitterwolken vorbei gezogen, so dass weder Regenhaut oder Regenschirm gezückt werden mussten. Bei einem Glas Wein, einer Flasche Hugo oder auch Wasser erlebte das Publikum einen Sommerabend, der bestens zum europatauglichen Fado von Sina Nossa passte.(Flensburger Tageblatt, Juliane Kahlke 30.07.2013)

Lieder voller Schönheit und Poesie - Sina Nossa tritt vor 220 Zuhörern in Geddelsbach auf Was entsteht, wenn fünf in Nordrhein-Westfalen lebende portugiesische, ein brasilianischer und ein deutscher Musiker den Fado, jene oft melancholische portugiesische Musik, mit Klassik, Jazz und Pop kombinieren? Eine eingängige Mischung, die auch in heiteren Momenten ihre leichte Melancholie nicht ganz ablegt, aber in traurigen Momenten niemals düster und depressiv klingt.

Stimmungsvoll Und was entwickelt sich, wenn die Musiker, die zusammen die Gruppe Sina Nossa bilden, ihre sonnendurchfluteten Klänge in der rustikalen Geddelsbacher Kelter darbieten? Ein stimmungsvoller Abend, der von den 220 Zuhörern sehr positiv aufgenommen wird. Auch wenn Sina Nossa moderne Einflüsse aufgreift, erwecken die Musiker oft den Eindruck, als stammten sie aus einer anderen Zeit. Das liegt auch an den Outfits: In schlichten schwarzen Anzügen treten die sechs männlichen Musiker auf. Sängerin Anabela Ribeiro sticht optisch mit ihrem pompösen roten Kleid hervor, doch ihre eher sanfte Stimme passt sich ganz der leicht dahinfließenden Musik an. Die übrigen Musiker tragen zum stimmungsvollen, leicht altmodischen Charakter bei: Besonders traditionell wird es, wenn Perkussionist Jorge Rodrigues zum Mikro greift und mit fast theatralischer Gestik Fado-Klassiker zum Besten gibt. Die Klänge von Adélio Lopes’ wecken Assoziationen an gesellige Zusammenkünfte in Portugal unter freiem Himmel. Ivo Guedes, der die portugiesischen Gitarre mit ihrem hellen, flüchtigen Klang spielt, überzeugt vor allem bei temporeichen Instrumentalstücken.

Stimmungsbild Großartig sind die ausschweifenden Intros und Soli von Gitarrist André Krengel: Bei „Sagres“ etwa weckt er Assoziationen an Wogen, die gegen die Felsenküste am südwestlichsten Ort Europas rollen. Und bei „Naufrágio“ („Schiffbruch“) zeichnen die Instrumente ein nächtliches Stimmungsbild des Meeres mit gleichmäßigen Wellen, herunterfallenden Tropfen und dem fernen Heulen des Windes. Ansonsten gibt es wenig Experimente, fast alles wird der Schönheit der Melodien untergeordnet und der Poesie der Texte. „Entoada vida“ etwa handelt davon, wie Schicksalsschläge die Betroffenen dazu bringen, sich wieder über die kleinen Dinge im Leben zu freuen. Bassist André de Cayres hat die ergreifende Melodie geschrieben, die Anabela Ribeiro mit Pianist und Sänger Armindo Ribeiro im wunderschönen zweistimmigen Gesang vorträgt – Klänge voller Trost und Hoffnung, deren Zauber man sich kaum entziehen kann. (Hohenloher Zeitung, Frank Lutz, 19.07.13)

Fado-Abend mit gefühlvollem Tiefgang Ein Theatersaal ist kein Tanzsaal. Schade. Die „Fado“-Musik des portugiesisch-deutsch-brasilianischen Ensembles „Sina Nossa“ ging dermaßen in die Beine, dass - wäre das Teo Otto Theater ein Tanzsaal - es niemanden auf seinem Sitz gehalten hätte. „Sina Nossa“ ließ die portugiesische Folklore durch den Raum wehen, dass einem angesichts der schwebenden Moll-Töne Traurigkeit und Glücksgefühle zugleich die Sinne flachlegten. Gefühle pur.

Instrumente souverän im Griff Meistens mit einem Hauch von Melancholie versehen, sang die schöne Sängerin Anabela Ribeiro Lieder von Freiheit, verlorener Liebe und ungetrübter Lebensfreude. Ihre sechs Mitstreiter hatten allesamt ihre Instrumente souverän im Griff. Sie überzeugten mit dem vermutlich seit Langem in Fleisch und Blut übergegangenen Gefühl für Stimmung, Dynamik und Vehemenz, die dem Fado innewohnt. Besonders Ivo Guedes glitt rasant und melodisch über die zwölf Saiten seiner Portugiesische Gitarre - manchmal dem Latino-Jazzer Al di Meola nicht unähnlich. Da machte es einfach nur Spaß, konzentriert zuzuhören. Auch wenn Anabela Ribeiro sich zum Rhythmus in den Hüften wiegte, kam Freude auf. Und das nicht nur bei den Männern. Bereits im dritten Lied „Lisboa Enfeitada“ konnte so manche(r) gar nicht anders, als verhalten mitzuklatschen. Sicherlich stiegen dabei Erinnerungen hoch. Beschreibt doch dieses Lied die festliche Stimmung in Lissabon, die im Juni zu Ehren seines Schutzpatrons herrscht. Über allen Liedern und damit auch in den Köpfen und Herzen der leider sehr übersichtlichen Gruppe der Zuhörer schwebte der Geist des ersten Liedes: „Alforria“ (Freibrief). Darin singt Anabela Ribeiro über das Ende einer Liebe: Ein Partner lässt den anderen gehen. Er hat mit Schmerzen im Herzen erkannt, dass der andere sich bereits geistig entfernt hat, obwohl er körperlich noch anwesend ist. Diesen Freibrief beanspruche das Ensemble auch im übertragenen Sinne für seinen Umgang mit der Fado-Tradition, sagte Pianist und Moderator Armindo Ribeiro. Sie legten ihre eigene Seele in „ihren“ Fado. Deswegen nennen sie sich auch (übersetzt) „Unsere Bestimmung“.

Poetische Texte Die meisten Stücke des Abends haben sie selbst komponiert. Die Texte sind durchweg poetisch. Die Musik klingt authentisch. Alle Musiker finden sich darin wieder, manchmal mit unaufdringlichem Pop, zuweilen klingt auch Klassisches und Jazziges durch. Den Tiefgang bringt die Wehmut. (Bernd Geisler, Rheinische Post, 07.05.2012)

Sina Nossa "Alforia"

Die CD ist bei Peregrina music erschienen.

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